Das Wort „Neutralität“ fällt in Reorganisationsprojekten schon im ersten Gespräch und bedeutet für die Geschäftsführung meist nur eines: Bei der Durchführung der Maßnahme zahlen wir keine Steuer. Diese Annahme trifft mitunter zu, gilt aber nie automatisch. Neutralität ist keine Eigenschaft des Verfahrens nach dem Gesetzbuch über die Handelsgesellschaften (Kodeks spółek handlowych, KSH), sondern das Ergebnis der Erfüllung gesetzlicher Voraussetzungen — gesondert für jeden Beteiligten, jede Rechtshandlung und jede Steuer. In bestimmten Fällen bedeutet sie einen Steueraufschub; das spätere Ergebnis hängt vom anwendbaren Recht und den weiteren Vorgängen ab.
Keine Besteuerung ist nicht dasselbe wie Aufschub
These. Bei bestimmten Verschmelzungen und Spaltungen verschiebt PIT die Besteuerung des Gesellschafters bis zur entgeltlichen Anteilsveräußerung. Das gilt weder für jede Reorganisation noch bedingungslos. Bei CIT sind Einnahme und einschlägiger Ausschluss gesondert zu bestimmen.
Grundlage. Art. 24 Abs. 8 PIT erfasst Verschmelzungen und Spaltungen nach Abs. 5 Nr. 7a, vorbehaltlich Abs. 8da und 8db. Er verschiebt nicht automatisch Einkünfte aus einer Spaltung nach Abs. 5 Nr. 7 bei fehlender erforderlicher ZCP-Eigenschaft. In CIT bestimmt Art. 12 Abs. 1 Nr. 8ba die Einnahme, die Art. 12 Abs. 4 Nr. 12 bei erfüllten Voraussetzungen ausschließt. Fehlende laufende Steuer entscheidet nicht über die spätere Veräußerung.
Praxis. Der Direktor der Landesinformation der Finanzverwaltung (Dyrektor Krajowej Informacji Skarbowej, Dyrektor KIS) hat dies in der verbindlichen Auskunft im Einzelfall vom 20. August 2026, Nr. 0114-KDIP2-2.4011.93.2026.2.IN, ausdrücklich formuliert: „Im Zeitpunkt der Spaltung der Gesellschaft entsteht im Lichte des Art. 24 Abs. 5 Nr. 7a des genannten Gesetzes eine Einnahme, die in diesem Zeitpunkt jedoch nicht der Besteuerung unterliegt. Daher kann nicht angenommen werden, dass der Spaltungsvorgang nicht zur Entstehung einer Einnahme führt. Der Zeitpunkt ihrer Besteuerung ist jedoch — wegen der Erfüllung der übrigen Voraussetzungen — auf den Zeitpunkt der entgeltlichen Veräußerung der Anteile verschoben.“ (Übersetzung des Verfassers)
Schlussfolgerung. Berechnen Sie vor Unternehmensverkauf oder Investoreneinstieg sowohl die Reorganisation als auch die spätere Veräußerung. Berücksichtigen Sie steuerliche Kosten, mögliche Befreiungen und das dann geltende Recht. Aufschub allein garantiert keine endgültige Steuerersparnis, kann aber Liquidität und Finanzierungskosten beeinflussen.
Steuerliche Wertfortführung und historische Kosten der neuen Anteile
These. Der Aufschub funktioniert dank zweier paralleler Mechanismen: der Fortführung der steuerlichen Werte der Vermögensbestandteile in der Gesellschaft und der Übertragung der historischen Anschaffungskosten auf die vom Gesellschafter erhaltenen Anteile.
Grundlage. Art. 12 Abs. 4 Nr. 3e CIT verlangt steuerliche Wertfortführung und Zuordnung zu einer Tätigkeit in Polen, auch über eine Betriebsstätte. Bei Auslandszuordnung in grenzüberschreitenden Verschmelzungen oder Spaltungen sind Nr. 3g und Abs. 12a gesondert zu prüfen. Für die spätere Anteilsveräußerung des PIT-Gesellschafters verweist Art. 24 Abs. 8 auf Art. 22 Abs. 1f bei bestimmten Sacheinlagen bzw. Art. 23 Abs. 1 Nr. 38 bei Erwerb oder Bareinlage. Bei Abspaltung teilt Nr. 3 die Kosten auf; der Rest verbleibt bei den Anteilen der gespaltenen Gesellschaft. Nicht jeder Kostenansatz entspricht einfach der gezahlten Geldsumme.
Praxis. In der verbindlichen Auskunft im Einzelfall des Direktors der KIS vom 11. Juni 2025, Nr. 0111-KDWB.4010.12.2025.2.KP, stellte die Behörde fest: „Zu den Einnahmen wird ein etwaiger Überschuss des Marktwerts des Vermögens des übernommenen Rechtsträgers über den für steuerliche Zwecke angesetzten Wert der Bestandteile dieses Vermögens nicht gerechnet, sofern zwei Voraussetzungen erfüllt sind.“ (Übersetzung des Verfassers) Die Behörde hob dabei hervor, dass Art. 12 Abs. 1 Nr. 8d und Nr. 8f KStG-PL (art. 12 ust. 1 pkt 8d i pkt 8f ustawy o CIT) „komplementär sind“ (Übersetzung des Verfassers) — welche der beiden Vorschriften greift, entscheidet die Beteiligung der übernehmenden Gesellschaft am Kapital der übernommenen Gesellschaft. Die Auskunft vom Juni 2025 stammt aus der Zeit vor der Änderung zum 18. September 2025: Art. 12 Abs. 1 Nr. 8d CIT schließt heute die Einnahme nach dieser Nummer bei einer Verschmelzung gemäß Art. 515¹ § 1 KSH aus. Dieser gesonderte Ausnahmefall ersetzt weder die übrigen Einnahmetatbestände noch die sonstigen Voraussetzungen des Vorgangs.
Schlussfolgerung. Erstellen Sie vor den Beschlüssen eine Übersicht der Steuer- und Bilanzwerte sowie Nachweise zum Anteilserwerb. Das ist eine Dokumentationsempfehlung, keine gesetzliche Pflicht zu zwei eigens benannten Unterlagen. Zulässige Beweismittel umfassen Bücher, Verträge und Aufzeichnungen nach Art. 180–181 und 191 der Abgabenordnung; die Übersicht ersetzt die tatsächlichen Belege nicht.
Gesetzliche Voraussetzungen in der Körperschaft- und der Einkommensteuer
These. Jede Art der Reorganisation hat ihren eigenen Satz an Voraussetzungen; sind die Bedingungen für eine Einnahme erfüllt, ist die Prüfung der übrigen damit nicht abgeschlossen.
Grundlage. Prüfen Sie in CIT Empfänger (Art. 12 Abs. 1 Nr. 8c, 8d, 8f und Abs. 4 Nr. 3e–3g), gespaltene Gesellschaft (Nr. 9 und Abs. 4 Nr. 3h) und Gesellschafter (Nr. 8b, 8ba und Abs. 4 Nr. 12) gesondert. Bei Ausgliederung kommen Nr. 7 und Abs. 4 Nr. 25 Buchst. c hinzu. Persönliche und räumliche Voraussetzungen stehen u.a. in Abs. 15–16, in PIT auch in Art. 24 Abs. 8da. Anteilstausch nach Art. 12 Abs. 4d, 11–12b CIT oder Art. 24 Abs. 8a–8c PIT verlangt gesondert Stimmrechtsmehrheit, geeignete Gesellschaften und Ansässigkeit, Anteilshistorie, Wertfortführung und Zuordnung zum Stammkapital. Die Barzuzahlung ist auf 10 % des Nennwerts ausgegebener Anteile begrenzt, bei fehlendem Nennwert auf 10 % ihres Marktwerts. Das ersetzt keine Steuerprüfung der Barzahlung; in CIT sind auch Wertdifferenzen nach Nr. 8bb–8bc zu prüfen. Die Zusammenfassung mehrerer Erwerbe in höchstens sechs Monaten betrifft denselben Gesellschafter und folgt der gesetzlichen Fristberechnung.
Praxis. Wie die verbindliche Auskunft im Einzelfall des Direktors der KIS vom 20. Mai 2026, Nr. 0114-KDIP3-1.4011.345.2026.1.MK1, mahnt, ist die Voraussetzung der Stimmenmehrheit je Gesellschafter zu beurteilen und nicht je notarieller Urkunde: „Obwohl die Einbringung der Anteile gleichzeitig durch sämtliche Gesellschafter (im Rahmen derselben Transaktion) erfolgt, ist die Situation jedes einzelnen Gesellschafters gesondert im Lichte des Art. 24 Abs. 8c des Gesetzes über die Einkommensteuer natürlicher Personen zu beurteilen.“ (Übersetzung des Verfassers) Die Behörde hielt die Auffassung des Antragstellers für unzutreffend: Der Gesellschafter sollte bei der geplanten Einbringung seiner 2,66 % eine Einnahme nach Art. 17 Abs. 1 Nr. 9 EStG-PL (art. 17 ust. 1 pkt 9 ustawy o PIT) erfassen, obwohl die Gesellschafter zusammen 100 % des Kapitals einbringen sollten.
Schlussfolgerung. Prüfen Sie bei einer Holdinggründung die Einbringung jedes Gesellschafters und die Erwerbsreihenfolge gesondert. Der Minderheitsgesellschafter erfüllte im zitierten Sachverhalt die Anteilstauschvoraussetzung nicht. Daraus folgt nicht, dass jede spätere Minderheitseinbringung steuerpflichtig ist: Das Gesetz erfasst auch die Erhöhung einer bereits bestehenden absoluten Stimmrechtsmehrheit. Der konkrete Fall nach Art. 24 Abs. 8a–8c EStG-PL oder Art. 12 Abs. 4d und Abs. 11–12 KStG-PL ist nachzuweisen; eine bloße Zusammenrechnung in einer Urkunde genügt nicht.
Einmaligkeit der Neutralität: die zweite Reorganisation derselben Anteile
These. Der Wortlaut von Art. 12 Abs. 4 Nr. 12 CIT schließt bestimmte durch Anteilstausch erworbene oder bei Verschmelzung bzw. Spaltung zugeteilte Anteile aus. Entscheidend ist die Geschichte des konkreten Pakets, nicht die Zahl der Konzernreorganisationen. Die unionsrechtliche Prüfung ist gesondert zu berücksichtigen.
Grundlage. Nach Art. 12 Abs. 4 Nr. 12 Buchst. a KStG-PL (art. 12 ust. 4 pkt 12 lit. a ustawy o CIT) findet die Herausnahme Anwendung, wenn „die Anteile (Aktien) an dem übernommenen oder gespaltenen Rechtsträger nicht infolge eines Anteilstauschs erworben oder übernommen und nicht infolge einer anderen Verschmelzung oder Spaltung von Rechtsträgern zugeteilt wurden“ (Übersetzung des Verfassers); Buchst. b dieser Vorschrift fügt die Voraussetzung der Fortführung des steuerlichen Werts hinzu. Die Entsprechung in der Einkommensteuer ist Art. 24 Abs. 8db Nr. 1 EStG-PL (art. 24 ust. 8db pkt 1 ustawy o PIT), der den Aufschub nach Art. 24 Abs. 8 ausschließt, sowie Art. 24 Abs. 8b Nr. 3 (art. 24 ust. 8b pkt 3) beim Anteilstausch. Die Beweislast trifft den Gesellschafter — Art. 12 Abs. 12b KStG-PL (art. 12 ust. 12b ustawy o CIT) und Art. 24 Abs. 8dc EStG-PL (art. 24 ust. 8dc ustawy o PIT).
Praxis. In der Auskunft 0114-KDIP2-1.4010.7.2026.3.DK vom 16. März 2026 legte die Behörde den Vortrag zugrunde, dass 100 % der C.-Anteile gekauft und nicht durch Anteilstausch, Verschmelzung oder Spaltung erworben worden waren. Das war keine eigenständige Beweisfeststellung. Das positive Ergebnis beruhte auch auf der erklärten steuerlichen Wertfortführung und geeigneten EU-Gesellschaftsformen. Innerhalb dieses Sachverhalts bestätigte die Behörde fehlende steuerpflichtige Gesellschaftereinnahmen nach Art. 12 Abs. 4 Nr. 12 in Verbindung mit Abs. 1 Nr. 8ba CIT. Der Kauf allein garantiert keine Neutralität der gesamten Verschmelzung.
Schlussfolgerung. Rekonstruieren Sie für jedes Paket Kauf, Bareinlage, Sacheinlage, Anteilstausch oder Zuteilung bei Verschmelzung bzw. Spaltung. Ein gewöhnlicher Kauf wird nicht deshalb zum Reorganisationserwerb, weil die Gruppe zuvor reorganisiert wurde. In C-434/25 SANOFI legte das Verwaltungsgericht Gliwice mit Beschluss vom 2. Juni 2025 vor; das Ersuchen ging am 1. Juli 2025 beim Gerichtshof ein. Es betrifft die Vereinbarkeit der anteilshistorischen Beschränkung mit der Richtlinie 2009/133/EG. Das Ersuchen selbst hebt nationales Recht nicht auf. Bei einer konkreten Transaktion sind die nationalen Voraussetzungen und das aktuelle unionsrechtliche Ergebnis zu prüfen; die Vorlage allein begründet keine Neutralität.
Besondere Missbrauchsklausel und wirtschaftlich triftige Gründe
These. Selbst ein vollständiger Satz positiver Voraussetzungen genügt nicht, wenn die negative Voraussetzung eingreift: dass Zweck der Rechtshandlung die Umgehung oder Hinterziehung von Steuern war.
Grundlage. Art. 12 Abs. 13 KStG-PL (art. 12 ust. 13 ustawy o CIT) schließt die Anwendung von Art. 12 Abs. 4 Nr. 3e–3h, Nr. 12 und Nr. 25 Buchst. b sowie Abs. 4d aus, „wenn der Hauptzweck oder einer der Hauptzwecke der Verschmelzung von Gesellschaften, der Spaltung von Gesellschaften, des Anteilstauschs oder der Einbringung einer Sacheinlage die Umgehung oder die Hinterziehung von Steuern ist“ (Übersetzung des Verfassers). Art. 12 Abs. 14 (art. 12 ust. 14) fügt eine Vermutung hinzu: Wurden die Rechtshandlungen „nicht aus wirtschaftlich triftigen Gründen durchgeführt, so wird für die Zwecke des Abs. 13 vermutet“ (Übersetzung des Verfassers), dass dies ihr Hauptzweck war. Die Entsprechung in der Einkommensteuer sind Art. 24 Abs. 19 und 20 EStG-PL (art. 24 ust. 19 i 20 ustawy o PIT). Die allgemeine Klausel des Art. 119a § 1 der polnischen Abgabenordnung verlangt einen dem Gegenstand oder Zweck eines Steuergesetzes oder einer Vorschrift widersprechenden Vorteil, dessen Erlangung Hauptzweck oder einer der Hauptzwecke der Handlung war, sowie eine künstliche Vorgehensweise. Der Steuerzweck muss weder der einzige noch der dominierende Zweck sein.
Praxis. Die Behörden übernehmen die wirtschaftliche Begründung aus der Darstellung des künftigen Sachverhalts und führen dazu keine Beweisaufnahme durch. In der Auskunft Nr. 0114-KDIP2-2.4011.93.2026.2.IN stützte sich der Direktor der KIS auf die Erklärung, die Spaltung werde „aus wirtschaftlich triftigen Gründen durchgeführt“ (Übersetzung des Verfassers). Den Schutz aus der Auskunft begrenzt Art. 14na § 1 Ordynacji podatkowej, der Art. 14k–14n ausschließt, wenn die beschriebene Rechtshandlung Bestandteil einer Handlung ist, die von einer unter Anwendung des Art. 119a erlassenen Entscheidung erfasst wird.
Schlussfolgerung. Eine verbindliche Auskunft bestätigt die Auslegung der Vorschrift bei dem zugrunde gelegten Sachverhalt, nicht die Richtigkeit der Beweggründe. Erstellen Sie die Dokumentation des wirtschaftlichen Zwecks — Variantenanalyse, Begründung der Wahl, Entscheidungsprotokolle — vor der Fassung der Beschlüsse. Bei komplexen Handlungsabfolgen ziehen Sie ein Schutzgutachten nach Art. 119w ff. Ordynacji podatkowej in Betracht. Ein Schutzgutachten betrifft Art. 119a für den beschriebenen Vorteil (Art. 119y–119za). Es bestätigt nicht allgemein sämtliche Neutralitätsvoraussetzungen, andere Steuern oder besondere Missbrauchsklauseln.
Was die Neutralität außen vor lässt
These. Die Herausnahme der Einnahme in der Ertragsteuer überträgt sich weder auf die übrigen Steuern noch auf die Melde- und Berichtspflichten.
Grundlage und Praxis. Die folgende Tabelle stellt die Bereiche zusammen, die gesondert zu analysieren sind.
| Bereich | Wirkung bei Erfüllung der Voraussetzungen | Rechtsgrundlage | Was gesondert zu prüfen ist |
|---|---|---|---|
| CIT — übernehmende Gesellschaft | Keine Einnahme aus dem Überschuss des Marktwerts über den steuerlichen Wert des Vermögens | Art. 12 Abs. 1 Nr. 8c und Abs. 4 Nr. 3e KStG-PL | Gesondert Nr. 8d und 8f; Verrechnung von Verlusten; Ausgabewert der Anteile |
| CIT/PIT — Gesellschafter | Herausnahme der Einnahme oder Aufschub bis zum Tag der Anteilsveräußerung | Art. 12 Abs. 4 Nr. 12 KStG-PL; Art. 24 Abs. 8 EStG-PL | Erwerbsgeschichte des Pakets; Barzuzahlungen; Kosten am Tag des Ausstiegs |
| VAT | Veräußerung eines Unternehmens oder eines ZCP außerhalb des Anwendungsbereichs des Gesetzes | Art. 6 Nr. 1 des Umsatzsteuergesetzes (ustawa o podatku od towarów i usług, UStG-PL) (art. 6 pkt 1 ustawy o VAT) | Unternehmens-/ZCP-Status; Erwerberberichtigung (91 Abs. 9); VAT-Anwendungsbereich und mögliche Befreiungen einzelner Wirtschaftsgüter |
| PCC | Ausnahme für bestimmte Gesellschaftsverträge und Änderungen bei Verschmelzung, Kapitalgesellschaftsumwandlung und bestimmten Einlagen; eine Spaltung steht nicht im Änderungskatalog des Art. 1 Abs. 3 | art. 2 pkt 6; art. 1 ust. 3 (PCC) | Persönlicher Anwendungsbereich der Herausnahme; Art. 1 Abs. 3 bei Personengesellschaften; Anteilsverkauf außerhalb der Reorganisation |
| Steuerliche Rechtsnachfolge | Umfang je Reorganisationsart; Ausnahmen u.a. Art. 93a § 4 und 93e | Art. 93–93e Ordynacji podatkowej | Bei Spaltung: Rechte und Pflichten zum zugeteilten Vermögen, Nachfolgetag und ZCP-Voraussetzungen nach Art. 93c § 1–2 |
| MDR | Keine Befreiung aufgrund der Neutralität | Art. 86a ff. Ordynacji podatkowej | Grenzüberschreitender Bezug, Kennzeichen und soweit erforderlich Hauptvorteilstest; Regeln ab 1.10.2026 und Übergang |
| Verrechnungspreise | Fremdübliche Bedingungen; Dokumentationspflichten gesondert prüfen | Art. 11a ff. KStG-PL | Dokumentationsschwellen und -befreiungen (11k, 11n), gesonderter TPR-Umfang (11t), gegebenenfalls fremdübliche Vergütung für Funktionen/Risiken |
| Rechnungslegung | Steuerneutralität bedeutet keine bilanzielle Neutralität | Art. 12 sowie Art. 44a–44d des Rechnungslegungsgesetzes (ustawa o rachunkowości) | Schließung und Eröffnung der Bücher; Geschäfts- oder Firmenwert; Unterschiede zwischen Bilanz- und Steuerwert |
Die allgemeine Auskunft DTS5.8092.3.2025 vom 29. Juli 2025 prüfte Kapitalerhöhungen und Agio nach dem früheren MDR-Recht: Die Nichtbesteuerung des Agios allein genügte nicht; Vorteilstest und Kennzeichen waren zu prüfen. Seit dem 1. Oktober 2026 betrifft MDR grundsätzlich grenzüberschreitende Gestaltungen nach den aktuellen Voraussetzungen. Daraus folgt keine Meldepflicht für jede inländische Agio-Transaktion. Gesondert gelten die Übergangsregeln des Gesetzes vom 29. Mai 2026 (Dz.U. Pos. 846), insbesondere Art. 24–27.
Schlussfolgerung. Prüfen Sie alle Zeilen parallel. Bestimmen Sie je Vorgang, ob tatsächlich eine Pflicht entsteht, wer sie erfüllt und wann. PCC, VAT-Berichtigung, MDR und Verrechnungspreisdokumentation haben eigene Voraussetzungen und Fristen; sie entstehen nicht automatisch alle zusammen oder im selben Monat.
Der häufigste Fehler
Der häufigste Fehler besteht in der Annahme, eine Rechtshandlung sei schon deshalb steuerneutral, weil sie im Gesetzbuch über die Handelsgesellschaften vorgesehen und nach dessen Verfahren durchgeführt worden ist. Die Geschäftsführung bestellt den Verschmelzungsplan, die Beschlüsse und den Antrag an das Landesgerichtsregister (Krajowy Rejestr Sądowy, KRS), und die steuerliche Analyse entsteht nach der Eintragung — oder erst bei der ersten Frage der Behörde.
Fehlende Rekonstruktion der Anteilshistorie erschwert den Nachweis nach Art. 12 Abs. 4 Nr. 12 CIT oder Art. 24 Abs. 8db PIT. Eine fehlende Hilfsübersicht beweist für sich allein keine Verletzung der materiellen Voraussetzung; entscheidend sind Tatsachen und sämtliche Beweismittel. Eine Strukturvereinfachung muss durch konkrete Gründe und Handlungen belegt sein, statt erst für eine Prüfung erfunden zu werden.
Bestimmen Sie den tatsächlichen wirtschaftlichen Zweck und Alternativen, prüfen Sie CIT, PIT, VAT, PCC, Rechtsnachfolge, MDR, Verrechnungspreise und Rechnungslegung und wählen Sie das passende KSH-Verfahren. Zeitnahe Dokumentation vor den Beschlüssen ist empfehlenswert. Eine wahrheitsgemäße spätere Rekonstruktion anhand vorhandener Belege ist keine falsche Rückdatierung; eine fiktive Entscheidungsgeschichte darf nicht geschaffen werden.
Zusammenfassung
- Klären Sie, wessen Neutralität die Analyse betrifft: die der übernehmenden Gesellschaft, der gespaltenen Gesellschaft, der die Einlage empfangenden Gesellschaft oder des Gesellschafters. Jeder dieser Beteiligten hat eine eigene Einnahmegrundlage und eine eigene Herausnahme.
- Bei bestimmten Verschmelzungen und Spaltungen verschiebt PIT die Besteuerung des Gesellschafters bis zur entgeltlichen Anteilsveräußerung. Das gilt weder für jede Reorganisation noch bedingungslos. Bei CIT sind Einnahme und einschlägiger Ausschluss gesondert zu bestimmen.
- Rekonstruieren Sie die Geschichte jedes Anteilspakets und belegen Sie die Anschaffungskosten. Die Beweislast legt das Gesetz dem Gesellschafter auf (Art. 12 Abs. 12b KStG-PL, Art. 24 Abs. 8dc EStG-PL).
- Erstellen Sie die Dokumentation der wirtschaftlich triftigen Gründe vor der Fassung der Beschlüsse. Den Schutz der Auskunft begrenzt Art. 14na Ordynacji podatkowej.
- Prüfen Sie VAT, PCC, Rechtsnachfolge, MDR, Verrechnungspreise und Rechnungslegung parallel. Fehlende laufende Ertragsteuer ersetzt nicht die Prüfung, welche Pflichten tatsächlich entstehen.
Zitierte Quellen
Alle Zitate aus polnischsprachigen Quellen — Gesetze, Steuerauskünfte und Gerichtsentscheidungen — sind hier in der Übersetzung des Verfassers wiedergegeben; maßgeblich ist der polnische Wortlaut.
- Verbindliche Auskunft im Einzelfall des Direktors der Landesinformation der Finanzverwaltung vom 11. Juni 2025, Nr. 0111-KDWB.4010.12.2025.2.KP — keine Einnahme der übernehmenden Gesellschaft bei der Verschmelzung durch Aufnahme einer zu 100 % abhängigen Gesellschaft; Art. 12 Abs. 1 Nr. 8ba, 8c, 8d und 8f sowie Art. 12 Abs. 4 Nr. 3e KStG-PL. https://eureka.mf.gov.pl/informacje/podglad/643735
- Verbindliche Auskunft im Einzelfall des Direktors der Landesinformation der Finanzverwaltung vom 16. März 2026, Nr. 0114-KDIP2-1.4010.7.2026.3.DK — grenzüberschreitende Verschmelzung; Prüfung der Voraussetzung des Art. 12 Abs. 4 Nr. 12 Buchst. a KStG-PL auf der Ebene der Art und Weise des Anteilserwerbs. https://eureka.mf.gov.pl/informacje/podglad/683874
- Verbindliche Auskunft im Einzelfall des Direktors der Landesinformation der Finanzverwaltung vom 20. Mai 2026, Nr. 0114-KDIP3-1.4011.345.2026.1.MK1 — Anteilstausch bei gleichzeitiger Einbringung der Anteile durch sämtliche Gesellschafter; die Auffassung des Antragstellers wurde als unzutreffend beurteilt; Art. 24 Abs. 8a–8c EStG-PL. https://eureka.mf.gov.pl/informacje/podglad/693188
- Verbindliche Auskunft im Einzelfall des Direktors der Landesinformation der Finanzverwaltung vom 20. August 2026, Nr. 0114-KDIP2-2.4011.93.2026.2.IN — Spaltung durch Abspaltung; Aufschub der Besteuerung des Gesellschafters auf der Grundlage des Art. 24 Abs. 8 EStG-PL bei Nichtvorliegen der negativen Voraussetzungen des Art. 24 Abs. 8db. https://eureka.mf.gov.pl/informacje/podglad/706338
- Allgemeine Auslegung Nr. DTS5.8092.3.2025 des Ministers für Finanzen und Wirtschaft vom 29. Juli 2025 zur Einordnung der Handlung der Erhöhung des Stammkapitals einer Kapitalgesellschaft nach den Vorschriften über Steuergestaltungen im Rahmen des Gesetzes vom 9. September 2000 über die Steuer auf zivilrechtliche Handlungen; Dz. Urz. Min. Fin. i Gosp. z 2025 r. poz. 1.
- Vorabentscheidungsersuchen, eingereicht vom Woiwodschaftsverwaltungsgericht in Gliwice am 1. Juli 2025 — Rechtssache C-434/25 SANOFI, Bekanntmachung in Dz.Urz. UE C/2025/5567 vom 27. Oktober 2025 (EUR-Lex, CELEX 62025CN0434). Die Rechtssache betrifft die Vereinbarkeit der nationalen, an die Geschichte der Anteile anknüpfenden Beschränkung der Neutralität mit der Richtlinie 2009/133/EG.
Quellenumfang: 643735 und 683874 wurden mit amtlichen EUREKA-Exporten abgeglichen, die angeführten Passagen aus 693188 und 706338 mit vollständigen Dokumentwiedergaben. Daten und Gegenstand von C-434/25 SANOFI beruhen auf amtlichen Angaben zur Vorlage; sie wird nicht als Urteil oder vollständige Rechtsprechungsauswertung dargestellt. Die allgemeine MDR-Auskunft von 2025 ist zusammen mit der späteren Novelle zu lesen.
CIT PIT KSH VAT PCC Ordynacja podatkowa 2025/1218 2026/846 C-434/25 SANOFI
Hinweis auf die E-Books
Ausgewählte Fragen der Umstrukturierung behandeln wir ausführlicher in der E-Book-Reihe „Biblioteka Restrukturyzacji“ (Bibliothek der Umstrukturierungen; Zbyszko Pora, JTWPOLAND): Umwandlung eines Einzelunternehmers in eine sp. z o.o., Spaltung einer Gesellschaft durch Abspaltung oder Ausgliederung, der Test des organisierten Unternehmensteils sowie die MDR-Pflichten bei Umstrukturierungen. Die PDF-Dateien sind im E-Book-Bereich kostenlos erhältlich. Die Reihe erscheint derzeit auf Polnisch; ausgewählte Titel liegen auch auf Englisch, Deutsch, Chinesisch und Koreanisch vor.
Warum wir das tun
Als polnischer Steuerberater achte ich auf die fachliche Qualität unserer kostenlosen Materialien. Mein Ziel ist es, den Markt durch verlässliche Analysen zu informieren, die es Unternehmern ermöglichen, das Recht in der Praxis sicher anzuwenden.
Kontakt aufnehmen →Rechtsgrundlagen: Gesetz vom 15. September 2000 — Gesetzbuch über die Handelsgesellschaften (Kodeks spółek handlowych) (t.j. Dz.U. z 2024 r. poz. 18 ze zm.); Gesetz vom 15. Februar 1992 über die Einkommensteuer juristischer Personen (ustawa o podatku dochodowym od osób prawnych) (t.j. Dz.U. z 2026 r. poz. 554 ze zm.); Gesetz vom 26. Juli 1991 über die Einkommensteuer natürlicher Personen (ustawa o podatku dochodowym od osób fizycznych) (t.j. Dz.U. z 2026 r. poz. 592 ze zm.); Gesetz vom 11. März 2004 über die Steuer auf Waren und Dienstleistungen (ustawa o podatku od towarów i usług) (t.j. Dz.U. z 2026 r. poz. 1263); Gesetz vom 9. September 2000 über die Steuer auf zivilrechtliche Handlungen (ustawa o podatku od czynności cywilnoprawnych) (t.j. Dz.U. z 2026 r. poz. 191); Gesetz vom 29. August 1997 — Abgabenordnung (Ordynacja podatkowa) (t.j. Dz.U. z 2026 r. poz. 622 ze zm.); Gesetz vom 29. September 1994 über die Rechnungslegung (ustawa o rachunkowości) (t.j. Dz.U. z 2026 r. poz. 522 ze zm.); Gesetz vom 29. Mai 2026 zur Änderung des Gesetzes — Abgabenordnung sowie einiger anderer Gesetze (Dz.U. z 2026 r. poz. 846) — Änderungen im Bereich MDR ab dem 1. Oktober 2026; Richtlinie 2009/133/EG des Rates vom 19. Oktober 2009 über das gemeinsame Steuersystem für Fusionen, Spaltungen, Abspaltungen, die Einbringung von Unternehmensteilen und den Austausch von Anteilen, die Gesellschaften verschiedener Mitgliedstaaten betreffen, sowie für die Verlegung des Sitzes einer Europäischen Gesellschaft oder einer Europäischen Genossenschaft von einem Mitgliedstaat in einen anderen Mitgliedstaat (Dz.Urz. UE L 310 z 25.11.2009, s. 34)